Die historische Person Wallenstein
Eine Zeitreise in die Vergangenheit.
staunen. mitfühlen. eintauchen.
Bild: Die historische Person Wallenstein
 

Wallenstein als Jugendlicher

Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (eigentlich Waldstein) wurde am 24. September 1583 in Hermanitz an der Elbe geboren. Er entstammte dem alten böhmischen Adelsgeschlecht der Grafen von Waldstein. Im Alter von elf Jahren war Albrecht Vollwaise. Sein testamentarischer Vormund Heinrich Slavata, ein Schwager seiner Mutter, nahm Albrecht zu sich auf das Schloss Koschumberg und ließ ihn zusammen mit seinem eigenen Sohn von Böhmischen Brüdern erziehen.

Im Herbst 1597 schickte er ihn zur weiteren Erziehung in die evangelische Lateinschule in Goldberg in Schlesien und im Hochsommer 1599 an die protestantische Akademie in Altdorf, die Wallenstein schon im April 1600 wieder verlassen musste, nachdem er mehrfach durch Gewalttaten aufgefallen war.

Inzwischen war sein Vormund gestorben, und Wallenstein begab sich nun bis 1602 auf eine Grand Tour, von der Näheres nicht überliefert ist. Er scheint an den Universitäten Padua und Bologna studiert zu haben, da er anschließend über eine umfassende Bildung und Kenntnisse der italienischen Sprache verfügte.

 
 

Wallenstein privat

Im Alter von 26 jahren heiratete Wallenstein eine extrem wohlhabende Adelige. Fünf Jahre später starb Wallensteins Frau Lukrezia und hinterließ ihm ein großes Vermögen.

Insgesamt war Wallenstein in diesen Jahren des heraufziehenden Krieges nichts anderes als ein normaler Adliger, der höchstens durch seinen ungewöhnlichen Reichtum auffiel. Ansonsten aber schienen ihm seine Güter und sein Seelenheil am wichtigsten gewesen zu sein.

Im Juni 1623 heiratete Wallenstein im Alter von 40 Jahren erneut. Zu seiner zweiten Frau erwählte er die 22-jährige Isabella, die Tochter des Freiherrn Karl von Harrach zu Bruck an der Leitha, kaiserlicher Minister, Berater und Mitglied im Hofkriegsrat. Durch diese Heirat öffneten sich für Wallenstein alle Türen am Hofe.

Im Laufe seines Lebens erkrankte Wallenstein mehrmals schwer und langwierig, unter anderem an Gicht. Dies dürfte wohl  eine Folge seines starken Weingenusses gewesen sein.

 
 

Wallenstein als Feldherr

1615 wurde Wallenstein von den mährischen Ständen zum Obristen eines Regiments Fußvolk ernannt. Der Obristenposten stand faktisch nur auf dem Papier, und seine Ernennung war kein Resultat besonderer militärischer Befähigung, sondern zeigte seine finanziellen Möglichkeiten, da er dieses Regiment im Kriegsfalle auf eigene Kosten hätte aufstellen müssen. Zudem war die Ernennung wohl ein Zeichen für seine Zurückhaltung in politischen und religiösen Fragen.

Die erste Chance für Wallenstein auf militärischem Gebiet kam, als sich Erzherzog Ferdinand, der spätere Kaiser Ferdinand II., 1615 in den Friauler Krieg gegen die im Mittelmeer vorherrschende Seemacht Venedig verwickeln ließ. Im Februar 1617 wurde die militärische und finanzielle Lage und die Versorgung der Truppen so schlecht, dass Ferdinand zum äußersten Mittel griff und an seine Stände und Vasallen appellierte, ihm auf eigene Kosten Truppen zu senden. Nur Wallenstein kam dem Hilfegesuch nach. Dies war der Beginn seiner militärischen Kariere, in deren Verlauf Wallenstein unzählige Schlachten schlug und zunehmend politischen Einfluss nehmen konnte.

Wallenstein trug die Titel Herzog von Friedland und Sagan, kaiserlicher Kriegsrat und Kämmerer, Allerhöchster Obrist von Prag und General.


Als Feldherr war er ein vorsichtiger Mann, jedoch ein kluger Stratege, den seine Gegner – auch politisch – nicht unterschätzen durften. Wallenstein war einer der ersten Feldherren modernen Stils, vor allem in den Grundsätzen der Führung und Logistik seines vom ihm geworbenen Heeres, das er für Kaiser Ferdinand XI. einsetzte.

 
 

Wallensteins Ende

Nachdem auch seine eigenmächtigen und geheimen Friedensbemühungen nach dem Dreißigjährigen Krieg trotz monatelanger Dauer zu keinem Ergebnis geführt hatten und inzwischen in Wien kompromittierende Einzelheiten bekannt geworden waren, verurteilte ihn ein Geheimgericht wegen Verrats. Er wurde vom Kaiser 1634 für abgesetzt erklärt.

In einem Komplott wurden in Eger wurden die engsten Vertrauten Wallensteins am Abend des 25. Februar 1634 ermordet und wenige Stunden später er selbst.